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Tanzen verändert die Welt

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  • Beitrag zuletzt geändert am:25. Februar 2023
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Einleitung

Am 11.02.2023 hat von 19:30 Uhr bis 21:30 ein ganz besonderer Anlass stattgefunden: Der Tanz-Event Dance Spirit an der Eulerstrasse 55 in Basel.

Das Dance-Spirit-Team, bestehend aus Franca, Gerlinde, Sunalah, Covinda und Jürgen, hat in diesen 2 Stunden ein Raum geschaffen, in dem vieles möglich geworden ist. Es wurde getanzt, geschaukelt, gedreht, geturnt, gehüpft, gestikuliert, umarmt und festgehalten.

Dabei habe ich so einiges entdecken können: Verschiedene Qualitäten der Bewegungsentfaltung, unterschiedliche Verbindungen, Körper, die erforscht wurden, Klänge und Geräusche, die entstanden sind, Lachen und Spielereien, Abgrenzung und etwas, was in einer Gemeinschaft enorm wichtig ist: Die Verbindung zu sich selbst.

Dieser Bericht soll aufzeigen, dass Tanzen unsere innere und äussere Welt beeinflusst und dass ein Tanz-Event, in der Qualität, wie sie von Dance Spirit Basel geboten wird, in unserer heutigen Gesellschaft so wichtig ist.

"Ich kann nicht tanzen..."

Viele Menschen sind der Ansicht, dass Tanzen etwas ist, das man „können“ muss. Bei meiner Arbeit als Tanz- und Bewegungstherapeut höre ich viel zu oft Sätze wie: „Ich kann nicht tanzen“ oder „Wenn ich tanze, dann tanze ich nur für mich alleine zu Hause“. Woher kommt diese Denkweise?

Das Zuhause mag für die persönliche Bewegungsentfaltung ein sicherer Ort sein. Die Auseinandersetzung mit den „Inneren Kritikern“ ist hier nicht sehr bedrohlich. Wenn es irgendwann zu konfrontativ wird, stellt man einfach die Musik ab und der Prozess wird beendet.

Anders verhält es sich in einer achtsamen und aufmerksamen Gemeinschaft: Die Musik läuft hier weiter, auf der Tanzfläche befinden sich immer noch die anderen, die sich zur Musik weiterbewegen und bei einer sogenannten Grenzerfahrung stellt man auf einmal fest, dass die innere Kritikerstimme zwar da ist, die Welt sich aber trotzdem weiterdreht. Warum nicht wieder einsteigen und weiter machen?

"Es tanzt durch mich"

Es gibt für den Verstand gute Gründe, warum Tanzen eine Fähigkeit ist, die man „können“ muss. Umso bedeutender werden die Anforderungen an einen öffentlichen Tanzanlass, wenn das Ziel die Förderung der Bewegungsentfaltung, Bewegungsfreiheit und des Ausdruckstanzes ist.

Wahre Bewegungsentfaltung ist oftmals nur in der Gemeinschaft möglich, weil sie uns den Spiegel der Realität vorhält. Die eigenen Gedanken suggerieren uns: „Das sieht nicht gut aus, was tust du da bloss“, doch der Blick auf die Tanzfläche zeigt klar: „Alles ist gut, nichts passiert, also bewege dich so, wie du willst“.

Es ist die achtsame Gemeinschaft, die uns erlaubt weiterzumachen und unserem „Inneren Kritiker“ die Stirn bietet. Das macht Mut, sich beim Tanzen noch mehr Ausgelassenheit und Bewegungsfreiheit zu erlauben.

Wenn der „Innere Kritiker“ komplett ruhig ist und das Denken aufgehört hat, dann entstehen „Jetzt-Bewegungen“. Das sind Impulse, die auf Körperebene das Jetzt ausdrücken. Dadurch werden die eigenen Bewegungen einzigartiger, kreativer, authentisch und alte Haltungs- und Bewegungsstrukturen fangen an sich aufzulösen. „Es tanzt durch mich“, das fällt mir an dieser Stelle ein..

Achtsames Miteinander

Begegnungen mit Berührungen können unangenehme bis zu retraumatisierende Effekte auslösen.

Achtsames Miteinander bedeutet in der Selbstfürsorge zu sein und die Situation wahrzunehmen, in der wir uns befinden. Ohne Wertung und ohne die Verantwortung für das Wohlbefinden des Gegenübers zu übernehmen.

Nur wenn ich in Kontakt mit mir selbst bin, kann ich herausfinden „was für mich stimmig ist“ und was für die jeweilige Situation stimmig ist.

Je mehr diese Haltung gelebt wird, desto mehr können „Grenzüberschreitungen“ wahrgenommen und der Kontaktverlauf in die gewünschte Bahn gelenkt werden. Techniken der Contact Impro unterstützen den eigenen Bewegungsraum im Kontakt mit einem oder mehreren Gegenüber.

Mögliche retraumatisierende Effekte können umgangen werden, wenn sich die Beteiligten während einer Begegnung gut spüren und wahrnehmen, was im Moment gerade geschieht. Denn Grenzüberschreitungen sind an sich nicht etwas Schlechtes. Sie zeigen lediglich, dass es etwas zu korrigieren gibt. An der Grenze findet Wachstum statt und je nach Bewusstseinsgrad und vorhandenen Ressourcen kann die Grenze verschoben werden. In dem Moment kann Heilung einsetzen.

Musik, Tanz und Emotionen

Für einen erfolgreichen Tanzanlass spielt natürlich die Musik eine wesentliche Rolle. Die gespielten Klänge von Djane Franca und DJ Jürgen waren klar im Aufbau, haben die Bewegungselemente und Stimmungen im Raum sehr gut wiedergegeben und wirkten für die Bewegungsentfaltung unterstützend. Derweil zeigten die Tanzenden „Jetzt-Bewegungen“ in ganz unterschiedlichen Ausdruckstänzen.

Gegen Ende dieser Veranstaltung hat ein stimmiger Ausklang dazu geführt, dass in der Mitte ein Abschlusskreis entstand. Organisch und aus dem Moment heraus mündete der harmonische Abschluss mit Gesang in ganz viel Dankbarkeit und dem Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Es fühlte sich ähnlich an, wie nach einem Community Building Workshop nach Scott Peck: Ich empfand eine tiefe Verbundenheit und hatte das starke Gefühl, bei mir angekommen zu sein.

Die Creators von Dance Spirit Basel schaffen einen Raum, in dem alle willkommen sind, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Gleichzeitig nutzen sie ihr Wirken, um in der Welt etwas zu bewegen:

Das Dance-Spirit-Team hat es verstanden, mit einem Raum für Bewegungsentfaltung, Bewegungsfreiheit und Ausdruckstanz die Grundlage zu schaffen, auf der ein Achtsames Miteinander entstehen kann.

Veränderte Welt

Ich trete nach diesem achtsamen musikalischen Ausklang, voller Dankbarkeit hinaus in die Welt und merke:

Tanzen in einer Gemeinschaft verbindet, macht glücklicher, lebendiger und vitaler. Und auf wundersame Weise begegnen mir mehr und mehr Glücksmomente, lebendige Gespräche und vitale Menschen.

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